Cannabinoide

In der westlichen Welt finden Cannabinoide Anwendung in der Medizin. So wird CBD zur Behandlung von Epilepsie eingesetzt. Es gibt und wird jedoch noch mehr Anwendungen darüber hinaus geben. Hier können Sie einen Überblick über die Welt der Cannabinoide erhalten sowie deren Geschichte.

M.Sc. Chemie und Geschäftsführer etoka
Zuletzt aktualisiert:  04.10.2021

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Trichome und Cannabinoide auf der Cannabisblüte
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Cannabinoide sind Stoffe, die mit unserem Endocannabinoidsystem (endo, von altgriechisch „innen“) interagieren. Die bekanntesten Vertreter werden aus der Hanfpflanze (cannabis sativa) gewonnen. Dies ist auch der Ursprung des Namens. So wurden als Erstes die Cannabinoide entdeckt und später das Endocannabinoidsystem, welches unseren ganzen Körper überspannt und viele biochemische Stoffwechselprozesse steuert bzw. mitreguliert. Alle Cannabinoide interagieren mit den Cannabinoidrezeptoren unseres Körpers. Dabei hat jedes Cannabinoid eine andere Wirkung auf Körper und Psyche.

Aufgrund der Repressionen der Hanfpflanze seit 1964 wurde die wissenschaftliche Forschung zu ihrem medizinischen Nutzen eingestellt. Einige Forscher wie Pertwee, Mechoulam und viele mehr forschten jedoch zum Glück weiter und so kam es, dass Cannabis als Medizin seit 2017 in Deutschland anerkannt wurde und wir hoffen, dass in Zukunft ein immer wissenschaftlicherer Umgang mit dieser wunderbaren Heilpflanze einhergeht. Wir möchten auch einen Teil zum Verständnis der Pflanze sowie unseres Endocannabinoidsystems beitragen und geben einen Einblick in die Welt der Phyto-, Endo- und synthetischen Cannbinoide und skizzieren hier die Geschichte der Entdeckung.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine medizinische Handlungsanweisung dar, er bietet lediglich einen Überblick über den aktuellen Wissensstand. Mit zuverlässigen Quellenangaben ist sichergestellt, dass die hier gemachten Angaben dem aktuellen Wissen der Hanfforschung entsprechen. Bitte informieren Sie sich über unseren Haftungsausschluss.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte der Cannabinoide

Die Cannabinoide wurden als Erstes in der Cannabis Pflanze entdeckt, wodurch sie auch ihren Namen erlangten. Inzwischen wurden jedoch auch viele andere Stoffen entdeckt, die mit unserem Endocannabinoidsystem interagieren. Man unterteilt sie je nach Herkunft in die Phyto-, Endo- und Synthetische Cannabinoide (pflanzlich, körpereigen und von Menschenhand produziert) ein. Die bekanntesten Cannabinoide sind THC (Δ9-Tetrahydrocannabinol), CBD (Cannabidiol), CBG (Cannabigerol) und CBN (Cannabidiol). Alle stammen aus der Cannabispflanze und besitzen unterschiedliche Wirkungen. Die Forschung ist jedoch noch jung und vieles ist nicht bewiesen. Wir blicken hoffnungsvoll in die Zukunft und möchten hier einen Einblick in die aktuelle Forschung der Cannabinoide geben.

Doch wie kam es zur Entdeckung eines komplett unbekannten Systems, welches weitreichende Funktionen für unseren Körper besitzt? 

Die ersten entdeckten Cannabinoide

Die Pflanze Cannabis sativa und deren Zubereitungen werden schon seit Tausenden von Jahren als Nahrungs- und Heilpflanze benutzt. So gibt es Aufzeichnungen aus dem alten China, Assyria und Indien.[1] Da Cannabis bemerkenswerten Einfluss auf unsere Verhaltensweise ausüben kann, war es Anfang des 19. Jahrhunderts von großem Interesse die aktiven Verbindungen von Cannabis zu isolieren. Das erste entdeckte Cannabinoid war tatsächlich Cannabinol (CBN) und dessen Struktur wurde schon 1930 aufgeklärt. Ein wenig später wurde das erste Mal Cannabidiol (CBD) isoliert, jedoch konnte man damals aufgrund mangelnder Analysemethoden dessen Struktur nicht aufklären. 

Strukturformel von Cannabinol
Strukturformel von Cannabidiol

Interessanterweise wurde als nächstes im Jahr 1941 das erste synthetische Cannabinoid entdeckt, welches von Menschenhand synthetisiert wurde: Δ6a,10a-Tetrahydrocannabinol (Δ6a,10a-THC).[2] Dieses zeigte eine ähnliche pharmakologische Wirkung wie Extrakte aus der Cannabispflanze, jedoch war es deutlich weniger potent als das in der Pflanze natürlich vorkommende und damals von der Struktur her unbekannte Δ9‑THC. Schon damals wurde der mögliche positive Einfluss von Cannabinoiden bei Epilepsie erkannt und das Δ6a,10a-THC wurde bei einer kleinen Anzahl von Kindern mit dieser Krankheit getestet. In diesen Tests zeigten sich schon erste positive Resultate.[1] 

Strukturformel von delta6a10a-Tetrahydrocannabinol
Strukturformel von Tetrahydrocannabinol

Erst 20 Jahre später durch die Entwicklung moderner Aufreinigungsmethoden gelang Gaoni und Mechoulam die erstmalige Isolation von Δ9-THC (1964) und die strukturelle Charakterisierung von Cannabidiol (CBD).[3] Dies lag daran, dass es zum einem extrem viele Cannabinoide mit ähnlicher Struktur gibt (um die 100 Stück) und diese dazu sehr ähnliche physikalische Eigenschaften (Löslichkeiten, Siedepunkte) besitzen. Erst durch den Einsatz der Chromatographie, einer Aufreinigungsmethode der Chemie, die nicht mehr wegzudenken ist, gelang die Isolation und später Charakterisierung der heute bekannten Cannabinoide.

Daraufhin wurde untersucht wie Δ9-THC und später CBD im Körper verstoffwechselt werden. Der Hauptabbauweg ist dabei die Hydroxylierung des THCs zu 11-Hydroxy-THC, welches auch eine psychoaktive Wirkung besitzt. Danach wird das 11-Hydroxy-THC zu einer Säure (THC-COOH) oxidiert, welche dann nicht mehr psychoaktiv ist. Die Säure kann dann mit körpereigenen Substanzen Verbindungen eingehen, welche sich im Fettgewebe anlagern können und langsam wieder freigelassen werden.[4] Dies ist auch der Grund, warum THC auch nach mehreren Wochen im menschlichen Urin nachgewiesen werden kann.

Stoffwechsel des THCs im menschlichen Körper

Die Neuropharmakologie und die Entwicklung Cannabis basierter Medikamente

Diese Fortschritte in der Isolierung der pflanzlichen und die Herstellung der synthetischen Cannabinoide, erweckte das Interesse in ihre Neuropharmakologie. So entdeckte Loewe, dass Cannabisextrakte in Mäusen Katalepsie (Starrsucht) auslösen können, wenn sie hohe Dosen an Δ9‑THC erhielten. Interessanterweise kann CBN dies auch auslösen, jedoch zeigt es sich deutlich weniger potent.[2] Diese Entdeckungen führten dazu, dass Pertwee 1972 einen quantitativen in vivo Assay (Test, welcher an einem lebenden Organismus durchgeführt wird) für psychotrope Cannabinoide entwickelte. Dabei werden Mäuse unter den Einfluss von Cannabinoiden gesetzt und es werden deren Reaktionen in ganz bestimmten Tests, unter anderem wie lange sie auf einer heißen Herdplatte verweilen, getestet.[5] 

Aufgrund der Entdeckung, dass Δ9-THC das stärkste psychoaktive Cannabinoid ist, wurde dieses nun auch am Menschen getestet. Wird es oral, intravenös oder als Rauch aufgenommen zeigt es ähnliche Effekte in der Veränderung des psychologischen Verhaltens wie der Konsum von Cannabis. Wie bei den Tests mit den Mäusen zeigt CBN auch eine ähnliche Wirkung, ist jedoch auch beim Menschen wiederum weniger potent.[6] 

Bemerkenswerterweise wurden aufgrund dieser Entdeckungen die ersten Medikamente auf Basis synthetischer Cannabinoide genehmigt. Nabilone (Cesamet, Valeant Pharmaceuticals North America) war 1981 das erste Medikament auf dem Markt. Es war nichts anderes als synthetisches Δ9-THC und wurde zur Unterdrückung von Benommenheit und Erbrechen bei einer Chemotherapie eingesetzt.[7] Dronabinol (Marinol, Solvay Pharmaceuticals, Inc), auch wieder synthetisches Δ9-THC, kam als Nächstes erst als Antiemetika 1985 (wiederum zur Unterdrückung von Übelkeit, nun aber bei mehr Krankheiten, die dies auslösen können) und 1992 als Appetitanreger auf den Markt. Auch wurden damals die Stimmen von Patienten mit Multipler Sklerose gehört, welche aussagen, dass die Anwendung von Cannabis Symptome der Krankheit lindern kann. Ermutigt durch diese Stimmen wurde das cannabisbasierte Medikament Nabiximols (Sativex, GWPharma) entwickelt. Dieses enthält die beiden Cannabinoide Δ9-THC und das nicht psychoaktive CBD in einem Verhältnis von 1:1. Die erste Zulassung für das Medikament wurde in Kanada 2005 erteilt für Schmerzlinderung von Patienten mit Multipler Sklerose und fortgeschrittenem Krebs. Später auch dann für die Linderung der Spastiken, die durch Multiple Sklerose ausgelöst werden.[7] 

Auch in Deutschland sind seit längerem inzwischen Nabiximols und Nabilon zugelassen und als Medikament anerkannt. Tatsächlich ist es so, dass in Deutschland sogar Cannabisblüten seit dem 10. März 2017 als Medizin zugelassen sind und auch von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden können. Leider müssen dafür die meisten Blüten importiert werden. Jedoch eröffnete die erste deutsche medizinische Cannabisblütenproduktion im letzten Jahr. So kann man bei körperlichen Beschwerden sich immer vom Arzt beraten lassen, ob eine Medikation mit Cannabis Sinn ergibt.[8]

Die Entdeckung des körpereigenen CB1-Rezeptors

Auch wenn die damalige Forschung schon viel über die Wirkung der unterschiedlichen Cannabinoide herausgefunden und auch diese isoliert hatte, war es noch unklar wie denn diese nun genau im Körper wirken. So gingen einige Forscher davon aus, dass Δ9-THC keine spezifische Wirkung besitzt und nur mit unseren Membranlipiden (der Grundbaustein unserer Zellmembranen) interagiert. Jedoch wurde mit immer weiteren Entdeckungen klar, dass es einen Rezeptor, der mit den Cannabinoiden interagiert, in unserem Körper geben muss.[9]  

Hier ist wichtig zu wissen, was G-Proteine sind, da von 1970 bis 1980 sehr viele entdeckt wurden und daraufhin auch die dazugehörigen Rezeptoren. G-Proteine sind an Rezeptoren in unserem Körper gebunden. Wenn nun ein Rezeptor durch ein Hormon oder Neurotransmitter aktiviert wird, wird wiederum das G‑Protein aktiviert und kann durch die Aktivierung eines danach geschalteten Proteins ein Signal weiterleiten. Dies ist wichtig für die Signaltransduktion innerhalb einer Zelle, da dort keine Weiterleitung über die Zellmembran möglich ist. Die dazugehörigen Rezeptoren werden G-Protein-gekoppelte Rezeptoren genannt und spielen eine wichtige Rolle für die Funktionen des Körpers (Sehen, Riechen, Blutdruckregulation). 

Nun wurden damals Agonisten (Wirkstoffe, die einen Rezeptor und die nachgeschaltete Signalübertragung aktivieren) für einige Opiat- und Muscarinrezeptoren entdeckt. Diese Agonisten waren in der Lage die G-Protein-stimulierte Adenylylzyklase (ein Enzym) zu inhibieren.[10] Was hier nun interessant ist, ist das Cannabinoide auch dieses Enzym inhibieren und somit klar wurde, dass es auch für Cannabinoide einen G-Protein-gekoppelten Rezeptor geben muss.[11] Dies war der erste Hinweis darauf, dass ein Endocannabinoidsystem (endo: innen) in unserem Körper existiert. 

So gelang 1988 in einem Projekt von Pfizer Central Research die Entdeckung des CB1-Rezeptors mit Hilfe von einem markierten synthetischen Cannabinoid. CP-55940 wurde mit Tritium (ein radioaktiver Marker) markiert und es konnte gezeigt werden, dass dieses dem Δ9-THC ähnlichem Molekül an ganz bestimmten Stellen im Gehirn an Membranen bindet, nämlich am CB1-Rezeptor.[12] Somit gelang der Beweis, dass das Endocannabinoidsystem existiert.

Entdeckung der Endocannabinoide und des CB2-Rezeptors

Nach der Entdeckung des CB1-Rezeptors und verschiedenster Agonisten (Bindungspartner), die entweder aus Pflanzenextrakten oder synthetisch gewonnen wurden, wurde klar, dass es auch körpereigene Cannabinoide geben muss. Im Labor von Mechoulam gelang mittels eines komplizierten Verfahrens die Anreicherung und darauf folgende Charakterisierung vom ersten entdeckten Endocannabinoid: Anandamid.[13] 

Motiviert durch diese einzigartigen Funde gelang wenig später die Entdeckung des CB2-Rezeptors und dadurch wieder initiiert die Charakterisierung eines zweiten Endocannabinoids: 2-Arachidonylglycerin.[14] Beide Endocannabinoide haben ähnliche Effekte im Mausmodell wie Δ9‑THC. So kommt es zu einer gehemmten Schmerzwahrnehmung, Immobilität, Hemmung von spontaner Aktivität und Erniedrigung der Rektaltemperatur. Hier sei nochmal betont, dass nicht immer ein Mausmodell logischerweise auf den menschlichen Körper übertragen werden kann.

Strukturformel von Anandamid
2-Arachidonylglycerin

Seitdem bleibt die Forschung an unserem Endocannabinoidsystem weiterhin Gegenstand modernster Forschung und bringt uns ein tieferes Verständnis über die komplexen Stoffwechselprozesse unseres Körpers. Je besser diese Prozesse verstanden werden, desto besser werden in der Zukunft Medikamente oder kleine Helfer für den Alltag entwickelt.

Doch wie kommt es nun, dass Cannabisextrakte ihre Wirkung entfalten und was machen unsere körpereigenen Cannabinoide in unserem Körper? Sind synthetische Cannabinoide schlecht, da synthetisch oder haben diese Substanzen auch ihren Nutzen? Diese Fragen haben wir uns auch gestellt und möchten im Weiteren eine Antwort darauf geben.

Endocannabinoide

Endocannabinoide sind unsere körpereigenen Cannabinoide und die Agonisten der CB1- und CB2-Rezeptoren. Sie sind somit wichtiger Bestandteil des Endocannabinoidsystem und greifen in die Regulation von einer Vielzahl von Stoffwechselprozessen ein. 

Die beiden bekanntesten sind hierbei das Anandamid (auch Arachidonylethanolamid) und das 2‑Arachidonylglycerin. Anandamid ist ein partieller Agonist (kann die Rezeptoren nicht vollständig aktivieren) für den CB1- und CB2-Rezeptor und zeigt eine geringere Affinität (Bindungsstärke) für CB2 als CB1. 2‑Arachidonylglycerin, das zweite Endocannabinoid, zeigt hingegen für beide Rezeptoren eine höhere Affinität als Anandamid.[15] Dies sei hier nur gesagt, um einen Einblick zu geben wie Komplex das Endocannabinoidsystem in unserem Körper reguliert wird. Hierbei ergibt sich auch die Definition des Endocannabinoidsystem. Dieses besteht nämlich aus den Endocannabinoidrezeptoren, den Endocannabinoiden und deren biosynthetischen Enzymen, die diese auf- und abbauen. 

Strukturformel von Anandamid
2-Arachidonylglycerin

Doch was ist denn nun die Funktion des Endocannabinoidsystems? Nervenzellen (auch Neuronen genannt) benutzen sogenannte Neurotransmitter, um ein Signal im synaptischen Spalt weiterzuleiten. Von diesen Neurotransmittern gibt es viele unterschiedliche Arten die je nach Art des Systems, welches in einem Stoffwechselprozess involviert ist, ausgeschüttet werden. Hier kommen die Endocannabinoide ins Spiel. Diese werden durch das Endocannabinoidsystem je nach Bedarf erzeugt und verlangsamen über die Aktivierung der Cannabinoidrezeptoren die Ausschüttung der Neurotransmitter.[16] So gesehen bringt das Endocannabinoidsystem den Körper in seine Balance bei einer Überreaktion zurück oder lässt es gar nicht zu solch einer kommen.

Nun ist es so, dass wenn eine akute Verletzung des Körpers stattfindet, etwa eine Verbrennung, Knochenbruch, Unterkühlung oder zu starke Belastung beim Sport, entzündet sich die verletzte Stelle. Dies ist per se nichts schlechtes, da durch die Entzündung die Verletzung überhaupt geheilt werden kann. So kommt es oft zu einer Schwellung der verletzten Stelle und auch Schmerzen, wodurch uns signalisiert wird, dass die Verletzung ruhen sollte und Zeit hat zu heilen, um größeren Schäden zu vermeiden. Hierbei tritt ein unglaubliches Zusammenspiel verschiedener Botenstoffe in Kraft und ermöglicht die Heilung der Verletzung. Die vollständige Rolle der Endocannabinoide im gesamtem Körper ist noch lange nicht geklärt, aber es gibt gute Hinweise darauf, dass diese eine wichtige Funktion spielen eine Entzündung zu hemmen, wenn die Verletzung geheilt ist und auch bei einer akuten Verletzung dafür zu sorgen, dass die Entzündung nicht zu stark wird.

Damit jedoch eine Entzündung lange genug anhalten kann, um eine Heilung zu ermöglichen, muss der Körper Enzyme benutzen, die die Endocannabinoide abbauen können. Dies ist einmal für das Anandamid die Fettsäureamid-Hydrolase[17] (FAAH) und für 2-Arachidonylglycerin die Monoglycerinlipase.[18] Was hierbei besonders interessant ist, ist das CBD die FAAH inhibieren kann. Anders gesagt verhindert CBD den Abbau des Anandamid und erhöht dadurch die lokale Konzentration des Anandamids.[19]  Im Englischen wird dabei davon gesprochen, dass der endocannabinoid tone erhöht wird. Dies könnte ein Faktor sein, warum CBD in der Lage ist Entzündungen zu hemmen und somit die schmerzlindernden sowie anti-entzündlichen Eigenschaften von CBD zu erklären.

Die Erforschung der Endocannabinoide und das Verständnis all ihrer Funktionen wird den Wissenschaftlern noch einige Mühen bereiten, jedoch zeigt sich hier eine spannende Einsicht in die Funktionsweisen unseres Körpers und gibt auch Möglichkeiten Krankheiten, die auf Entzündungsprozessen basieren, besser zu behandeln.

Phytocannabinoide

Phytocannabinoide sind Cannabinoide, die von Pflanzen stammen. Die bekanntesten und auch am meisten erforschten Phytocannabinoide stammen aus der Hanfpflanze (Cannabis sativa). Dabei treten in den höchsten Konzentrationen CBD (Cannabidiol), THC (Tetrahydrocannabinol) und CBG (Cannabigerol) auf. Jedoch gibt es über 100 weitere Cannabinoide, die in sehr geringer Konzentration in der Hanfpflanze gefunden wurden.[20] Interessant hierbei ist, dass es keine anderen Beispiele von Pflanzen gibt, die auch eine solche Vielzahl an Cannabinoiden produzieren wie Hanf.[21]

Wichtig zu wissen ist, dass Cannabinoide hauptsächlich in den Blüten der weiblichen Hanfpflanze gebildet werden und dabei nicht in ihrer für uns pharmakologischen wirksamen Form vorliegen, sondern in ihrer Säureform. So liegt zum Beispiel CBD als CBDA (Cannabidiol-acid, acid aus dem Englischen „Säure“) in der Blüte vor. Das nicht-psychoaktive CBD entsteht dabei langsam bei der Lagerung durch den Einfluss von Licht und Wärme. Bei der Herstellung eines CBD Produktes ist dieser Prozess jedoch gewollt und kann unter anderem durch das Erhitzen der Blüten auf 110 °C für 40 min erreicht werden. 

Hierbei sei gesagt, dass CBDA und CBD strukturell sehr ähnlich sind, jedoch unterschiedliche pharmakologische Eigenschaften aufweisen. Die Umwandlung der Säureform zum Cannabinoid wird auch Decarboxylierung genannt. Chemisch gesehen ist nämlich die Säuregruppe eine sogenannte Carboxygruppe und diese wird durch Hitze als CO2 abgetrennt. Im Weiteren sei eine Übersicht über die bekanntesten Cannabinoide gegeben sowie deren möglichen medizinischen Nutzen.

Umwandlung der Säureform von CBD

Cannabidiol (CBD)

Strukturformel von Cannabidiol

Cannabidiol (CBD) ist eines der zwei primären medizinisch wichtigen Cannabinoide, die in hohen Konzentrationen in Cannabis gefunden werden. Dabei ist es nicht-psychoaktiv und weißt laut WHO Bericht ein sehr hohes Sicherheitsprofil auf.[22] Durch CBD wird kein euphorisches „high“ erzeugt, welches mit dem Rauchen von Cannabisblüten assoziiert wird. In unserem Ratgeber gibt es weitreichenden Informationen zur Wirkung und Nebenwirkung. Die Konzentration von CBD, welche in den Blüten der Hanfpflanze gefunden werden, ist sehr stark abhängig von der Sorte des Hanfes. So gibt es einige Sorten in denen kaum CBD gefunden wird und einige mit sehr hohen Konzentrationen. Zum Beispiel wurde zur Behandlung von Epilepsie bei Kindern extra die Hanfsorte Charlotte’s Web gezüchtet und diese enthält eine extrem hohe Konzentration von bis zu 17% CBD.[23] Solch eine Züchtung ist aber nur in einen sogenannten Grow Labor, also unter künstlichen Licht, möglich. Die meisten bekannten Hanfsorten, die auf einem Feld unter der Sonne gezüchtet werden, enthalten um die 1-2% CBD.

Dies sei hier nur eine kleine Einführung zu CBD, da weitreichende Informationen rund um das Thema Cannabidiol in unserem Ratgeber existieren.

Tetrahydrocannabinol (THC)

Strukturformel von THC

Tetrahydrocannabinol (THC) ist eines der zwei primären medizinisch wichtigen Cannabinoide, die in hohen Konzentrationen in Cannabis gefunden werden. Weiterhin ist es auch das primäre psychoaktive Cannabinoid. Auch wenn es von medizinischen Nutzen sein kann, geht hier auch die größte Gefahr aus, da es die stärksten Nebenwirkungen haben kann. In extremen Fällen kann es bei der medizinischen Anwendung zu Paranoia oder Psychosen kommen. Trotzdem hat THC ein großes Potential in der Medizin und deckt auch einen anderen Bereich ab als CBD. So kann es bei richtiger Dosierung von großem medizinischen Nutzen sein. So wird es wie oben beschrieben in dem Medikament Dronabinol, welches nichts anderes als synthetisches THC ist, schon als Antimimetikum (unterdrückt Übelkeit) eingesetzt.[7]

Hierbei ist wichtig zu verstehen, wie THC im Gegensatz zu CBD wirkt. THC ist ein partieller Agonist des CB1-Rezeptors (aktiviert diesen Rezeptor) wohingegen CBD ein Antagonist ist (blockiert den Effekt von Agonisten).[16b] Daraus ergibt sich, dass ein Kombipräparat aus THC und CBD die positiven Effekte beider Cannabinoide verbinden kann und gleichzeitig die Möglichkeit der THC induzierten Paranoia oder Psychose unterdrückt wird.

So kommt im Medikament Sativex eine Mischung aus THC und CBD im Verhältnis 1:1 in Einsatz.[7] Diese Kombination von CBD und THC schwächt das Gefühl der THC-induzierten Euphorie ab und kann somit die Chance einer Abhängigkeit oder einer negativen Reaktion erniedrigen. Bei einer hohen THC Dosis durch zum Beispiel Medizin Cannabis kann CBD also als Antidot (100 bis 200 mg) verwendet werden, um die Folgen einer möglichen schlechten Reaktion abzumildern. Dies dient hierbei nur zur Information und ist kein Aufruf zum Konsum von Cannabis. Sativex ist ein Medikament, welches verschreibungspflichtig ist, weswegen dies hier nur als Information dient und nicht die Beratung durch einen Arzt ersetzt.

Cannabigerol (CBG)

Strukturformel von CBG

Cannabigerol (CBG) ist ein nicht-psychoaktives Cannabinoid, welches anti-entzündliche Eigenschaften besitzt.[24] Die Säureform von CBG ist das biosynthetische Ausgangsprodukt der Hanfpflanze von CBDA und THCA und kann somit vor allem gewonnen werden, wenn die Blüten der Hanfpflanze sehr früh geerntet werden. Die Forschung zu CBG ist sehr jung doch vielversprechend und wir werden weiterhin darüber berichten.

Cannabichromen (CBC)

Strukturformel von CBC

Cannabichromen (CBC) ist ein nicht-psychoaktives Cannabinoid und kommt in sehr geringen Konzentrationen in Hanf vor (0.2-0.3%). Interessanterweise lässt es sich jedoch sehr leicht synthetisch herstellen.[25] Die Forschung zu CBC ist sehr jung, jedoch gibt es schon Befunde, dass CBC den endocannabinoid tone (Konzentraion an Endocannabinoiden) erhöhen kann. Dies geschieht zum einen durch die Hemmung der Wiederaufnahme des Anandamids und zum anderen durch die Blockierung der Monoglycerinlipase.[26] Dies könnte einer der Gründe sein, dass CBC zusammen mit THC sich positiv auf die Schmerzwahrnehmung auswirken kann.[27]  

Cannabinol (CBN)

Strukturformel von CBN

Cannabinol (CBN) ist ein leicht psychoaktives Cannabinoid und entsteht durch die Lagerung von THC. Wie in der Geschichte der Cannabinoide beschrieben ist es sogar das erste entdeckte Cannabinoid und wurde am Anfang für die psychoaktive Wirkung von Cannabis verantwortlich gemacht. Wenig später stellte sich jedoch raus, dass THC deutlich psychoaktiver ist. Dies erklärt sich durch die deutlich gesenkte Affinität (Bindungsstärke) von CBN zu den CB1- und CB2-Rezeptoren im Gegensatz zum THC.[28]  

Tetrahydrocannabivarin (THCV)

Strukturformel von THCV

Tetrahydrocannabivarin (THCV) ist ein nicht-psychoaktives Cannabinoid und kommt oft in geringen Konzentrationen in der Hanfblüte vor. Es gibt jedoch inzwischen auch Berichte von hohen Konzentrationen an THCV, was das Cannabinoid für eine medizinische Anwendung attraktiv macht. Hinzu kommt, dass THCV ein ganzes anderes pharmakologisches Profil besitzt als CBD oder THC. So wird beschrieben, dass CBD Möglichkeiten bietet als antientzündliches sowie antiepileptisches Medikament, jedoch THCV möglicherweise bei Typ 2 Diabetes helfen könnte. Es gibt Untersuchungen, dass THCV eine Glukoseinteroleranz reduzieren sowie die Insulinsensivität in übergewichigen Mäuse wieder erhöhen konnte.[29] Dies ist auch für verschiedene synthetische Cannabinoide beschrieben, jedoch wurden diese nicht zugelassen, da oft Depressionen eine Nebenwirkung waren.[30] Diese Nebenwirkungen scheint es bei THCV weitaus weniger zu geben.  

Phytocannabinoide sind ein spannendes Feld in der modernen Forschung und ihr Nutzen für die Menschheit wird immer mehr anerkannt. Durch ihre Erforschung gelingt ein tiefer Einblick in die Funktionsweise unseres Körpers und es bieten sich spannenden Möglichkeiten Krankheiten besser zu behandeln. Als Letztes sei noch einmal ein Einblick in die synthetischen Cannabinoide gegeben, da diese überhaupt erst diese tiefen Einblicke in das Endocannabinoidsystem ermöglichten.

Synthetische Cannabinoide

Synthetische Cannabinoide sind Stoffe, welche von Menschenhand chemisch erzeugt wurden und mit unserem Endocannabinoidsystem interagieren. Sie wurden basierend auf den bekannten Phytocannabinoiden hergestellt und waren ein wichtiger Bestandteil, um die Funktionsweise des Endocannabinoidssystems aufzuklären und sind es weiterhin. Sie sind ähnlich wie viele Dinge im Leben ein zweischneidiges Schwert, da von Ihnen ein großes medizinisches Potential ausgeht und sie ein wichtiges Werkzeug sind, um die Pharmakologie der Phytocannabinoide zu verstehen. Jedoch gab es auch in letzter Zeit immer mehr Berichte von Nutzhanfblüten, die auf dem Schwarzmarkt erhältlich sind und mit synthetischen Cannabinoiden gestreckt werden. Von diesen geht im Gegensatz zu normalen THC-haltigen Cannabis eine noch größere Gefahr aus und es wurden schon weltweit mehrere Todesfälle berichtet und dies auch in Deutschland.[31]

Im Folgenden sei eine Übersicht über bekannte synthetische Cannabinoide gegeben und wofür sie genutzt wurden. Dabei sei nochmal gesagt, dass nicht synthetische Cannabinoide, wie jede chemische Substanz, schlecht oder gut sind, sondern entscheidend ist, was wir als Menschen mit dem Wissen um solche Chemikalien machen.

Δ6a,10a-Tetrahydrocannabinol

Strukturformel von delta6a10a-THC

Δ6a,10a-Tetrahydrocannabinol (Δ6a,10a-THC) war das erste entdeckte synthetische Cannabinoid im Jahr 1941 und zeigte eine ähnliche pharmakologische Wirkung wie Extrakte aus der Cannabispflanze.[2] Interessant hierbei ist, dass dieses Cannabinoid vor der Strukturaufklärung von Δ9‑THC, das psychoaktive Cannabinoid der Cannabispflanze, hergestellt wurde. Es war jedoch weniger potent als Δ9‑THC. Die Synthese dieses Cannabinoid war dabei eine Tür in die Welt der Pharmakologie unseres Endocannabinoidssystems und zeigte auch erste mögliche medizinische Anwendungen von synthetischen Cannabinoiden, da ein kleiner Test mit epileptischen Kindern erste positive Resultate zeigte.[1]

CP 55940

Strukturformel von CP-55940

CP-55940, auch ein synthestisches Cannabinoid, wurde 1988 in einem Projekt von Pfizer Central Research für die Entdeckung des CB1-Rezeptors genutzt. Dabei wurde ausgenutzt, dass CP-55940 sehr stark an dem CB1-Rezeptor bindet. So konnte das Cannabinoid mit Tritium (ein radioaktiver Marker) markiert werden und es konnte gezeigt werden, dass es einen Rezeptor im Gehirn geben muss. Dies funktioniert durch die starke und sehr spezifische Bindung von CP-55940 am CB1-Rezeptor und die darauffolgende Emittierung von radioaktiver Strahlung aus dem Tritium. So konnte gezeigt werden, dass es im Gehirn spezifische Bindungsstellen gibt. Diese spezifische Bindungsstelle ist der CB1-Rezeptor und das war der erste Beweis für das Endocannabinoidsystem.[12]

Rimonabant

Strukturformel von Rimonabant

Rimonabant wurde versucht als Medikament für die Behandlung von Fettstoffwechselstörungen sowie Diabetes einzusetzen.[32] Der Einsatz dieses synthetischen Cannabinoids war sehr vielversprechend, da es den CB1-Rezeptor modulierte und Patienten half gegenüber eines Placebos an Gewicht zu verlieren. Kurz vor der Einführung in den europäischen Markt stellte sich jedoch nach einiger Zeit heraus, dass es in Personen, die für Depressionen anfällig sind, oft eben diese Krankheit auslöste.[30] Daraufhin wurde es von der US Food and Drug Administration nicht anerkannt und wieder vom Markt genommen. Jedoch zeigt dieses Beispiel wieder wie tief verwachsen das Endocannabinoidsystem in verschiedenste Stoffwechselprozesse unseres Körpers ist.

AB-CHMINACA

Strukturformel von AB-CHMINACA

AB-CHMINACA ist ein synthetisches Cannabinoid, welches seit mehreren Jahren in bestimmten Gruppen von Drogenkonsumenten genutzt wird.[33] Es wurde als Alternative zu herkömmlichem Cannabis eingesetzt, da es damals noch als legale Substanz, oft Spice genannt, über das Internet verfügbar war. Inzwischen ist es in Europa und Amerika aufgrund der Gefahr für den Menschen verboten. So gab es mehrere Todesfälle.[31a, 31b] Das Cannabinoid hat eine ähnliche pharmakologische Wirkung wie THC, ist jedoch 16 mal potenter und viel gefährlicher. Von einem Konsum ist also deutlich abzuraten.

Synthetische Cannabinoide können sehr gefährlich sein und sollten auch mit viel Respekt behandelt werden. Es sollte aber auch klar sein, dass sie wichtig waren und immer noch sind, um mehr über die Funktionsweisen unseres Körpers zu lernen. Aufgrund der unbegrenzten Möglichkeiten der Herstellung von synthetischen Cannabinoiden könnten auch immer noch hilfreiche Medikamente für den Menschen aus den Forschungen entstehen.[7] Je besser das Endocannabinoidsystem und Wechselwirkungen mit externen Cannabinoiden verstanden werden, desto größere Chancen gibt es für die Behandlung unterschiedlichster Erkrankungen.

Schlusswort

Cannabinoide sind und werden immer ein spannendes Feld bleiben, in welchem wissenschaftliche und gesellschaftliche sowie politische Felder aufeinandertreffen. Sie bieten großen Nutzen für Mensch und Tier und sollten in ihrer Bedeutung nicht unterschätzt werden. Wir würden uns für die Zukunft einen noch wissenschaftlicheren Umgang mit diesen Substanzen wünschen und hoffen, dass die Politik die Chancen, die in diesen wunderbaren Stoffen der Natur stecken, erkennt. Wir hoffen wir konnten einen guten Überblick über die bekannten Erkenntnisse der Cannabinoide geben. Wie immer stehen wir für Fragen offen und freuen uns auf eine anregende Diskussion.

Quellen

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